Heute begrüße ich Prof. Dr. Dr. Alexander Brink, Professor für Wirtschafts- und Unternehmensethik an der Universität Bayreuth sowie Gründer und Partner der concern GmbH, eine auf Corporate Governance, Responsibility und Sustainability spezialisierte Unternehmensberatung:
Philosoph UND Ökonom – zwei Doktortitel, ein Professor, und trotzdem kein bisschen langweilig. Prof. Dr. Alexander Brink aus Bayreuth hat mehr Bücher über Ethik geschrieben, als so mancher Händler Regalmeter hat. Und genau deshalb reden wir über die Zukunft des Handels: Warum Rabattschlachten von gestern sind, Werte von morgen kommen – und weshalb der Kunde künftig nicht nur den Preis, sondern auch das Gewissen mit einkauft.
Seine Doppelpromotion in Philosophie und Ökonomie macht ihn zum idealen Sparringspartner für einen Podcast, der die Zukunft des Handels nicht nur ökonomisch, sondern auch ethisch und gesellschaftlich diskutiert. Er vertritt die These einer „Blue-Ocean-Strategie der Werte“: Unternehmen sollen sich konsequent an ihren Werten ausrichten und Märkte erschaffen, in denen es keine Konkurrenz gibt. Im Spannungsfeld der beiden gesellschaftlichen Zwillingsrevolutionen Digitalisierung und Nachhaltigkeit gewinnt seine Meinung zunehmend an Bedeutung:
„Schaffen wir das Klimaziel nicht, stirbt der Planet – kein Planet, keine Gesellschaft, keine Wirtschaft!“
Scio:Nescio – man lernt nie aus: ganz ehrlich? 110 Minuten blankes Wissen von Sokrates bis Kant, Theorie und Praxis, Jung und Alt, Ethik und Ökonomie oder Innovation und Kreativität.
Die Herausforderung, dass viele Menschen nachhaltige Werte verfolgen, aber diese in ihrem Handeln und Wahlverhalten nicht umsetzen können, wobei Alexander die Bedingungen diskutiert, die benötigt werden, damit Menschen ihre tatsächlichen Wünsche in die Tat umsetzen können.
Die Veränderung von Charakterzügen im Alter und wie ältere Menschen ihre Lebenserfahrungen reflektieren. Unternehmen müssen eine wichtige Rolle bei der gesellschaftlichen Transformation spielen, insbesondere bei der Balance zwischen ökonomischer Erfolg und Gemeinwohl. Kreativität im Alter und die Kombination von jungen Menschen mit Innovationspotenzial und der Erfahrung alter Menschen sind für die notwendige Transformation wichtig.
Die heutige Betrachtung von Innovation und Kreativität ist in vielen Bereichen möglicherweise nicht so innovativ, sondern greift auf antike philosophische Konzepte zurück, die sich auf tugendhafte Gemeinschaftsleben und die Entwicklung von Charakterfähigkeiten konzentrierten. Die Entwicklung vom „Ich“ zum „Wir“ wird eine der großen Führungsherausforderungen werden, und die notwendige Kombination von Theorie und Praxis, wie bei Platon und Aristoteles, um eine nachhaltige Transformation zu erreichen. Kreative und handwerkliche Fähigkeiten, sowie die Zusammenarbeit von Theoretikern und Praktikern, sind entscheidend für den Erfolg der gesellschaftlichen Transformation.
Die Notwendigkeit eines „Game Changers“ für die nachhaltige Transformation, und die Bedeutung des Perspektivwechsels von der Ich-Perspektive zur Du- und Wir-Perspektive. Die drei Säulen der nachhaltigen Transformation (ökonomische, soziale und ökologische) und wie diese in der deutschen Politik durch verschiedene Parteien vertreten werden. Eine gesunde Balance zwischen starken Führungspersönlichkeiten und angemessener Regulierung ist erforderlich, um eine nachhaltige Transformation zu erreichen.
Zwei Szenarien bezüglich der Erreichung der Klimaziele: entweder halten wir die 1,5-Grad-Grenze ein oder wir verfehlen sie, wodurch soziale Herausforderungen wie Armut, Hunger und Migration zunehmen würden. Wie groß muss der Schmerz sein, damit sich Gesellschaften verändern: eine erfolgreiche Transformation aus dem System heraus muss erfolgen, wobei alle Anspruchsgruppen einbezogen werden müssen, anstatt von externen Schocks wie Klimakatastrophen getrieben zu werden.
Die Herausforderungen der doppelten Transformation, die sowohl digitale als auch nachhaltige Aspekte umfasst. Die digitale Transformation kann mit ökonomischen Geschäftsmodellen besser gelöst werden, während die nachhaltige Transformation durch ein „Trittbrettfahrerphänomen“ erschwert wird, da viele sich fragen, warum sie als Einzelpersonen oder Unternehmen die Initiative übernehmen sollten. Eine globale Standardisierung ist notwendig, um das Trittbrettfahrerphänomen zu überwinden, und dass diese doppelte Transformation eine neue Herausforderung darstellt, da sie noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte parallel stattgefunden hat.
Die Transformation der Bildungssysteme angesichts der Digitalisierung und der Notwendigkeit neuer Kompetenzen. Unternehmen benötigen sowohl digitale als auch nachhaltige Fähigkeiten, wobei Kombinationskompetenzen und Transformationsfähigkeiten im Fokus stehen. Die bestehenden Curricula sind anpassungsbedürftig und Studierende müssen lernen, wie Transformationsprozesse gelingen, anstatt nur theoretisches Wissen zu erlangen.
Die größten Herausforderungen bei der Implementierung nachhaltiger digitaler Transformation in Unternehmen, darunter die Notwendigkeit einer Y-Klärung (Warum etwas tun, wenn Profit nicht mehr der Hauptfokus ist), die Schwierigkeit, Unternehmen zu gewinnen, die auf Profit massiv verzichten müssen, und die Bedeutung eines Transformationstreibers in der Geschäftsführung. Die taktische Herangehensweise, die sich auf Arbeitgeberattraktivität und neue Geschäftsfelder wie betriebliche Krankenversicherung mit nachhaltigen Komponenten konzentriert, anstatt sich auf regulatorische Beratung zu konzentrieren. Der Markt für nachhaltige Transformation ist hart umkämpft und die Wettbewerbsfähigkeit wird oft als Voraussetzung für die Umsetzung solcher Initiativen angesehen.
Vordenker, Macher, Händler, Vertriebler, Stadtentwickler, Mittelstand, Ladenbau, Architektur, Studenten, StartUps und Fans des Einzelhandels
Fotokredits: Daniel Schnödt
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